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Die Geschichte Hawaii's
verfasst von Anaki
Anfang des 7. Jahrhunderts n.Chr. stachen polynesische Segelschiffe von den Marquesas-Inseln in See, die ca. 3.800 Km südlich von Hawai'i liegen. Nach dieser, für damalige Verhältnisse fast unglaublichen Leistung, fuhren diese ersten Siedler teilweise wieder zurück, um weitere Siedler nachzuholen.
Diese Verbindung zwischen den Marquesas und Hawai'i brach aber wieder ab und erst Jahrhunderte später setzte eine zweite Welle von Siedlern ihre Füße auf Hawai'i. Dieses mal ging die Siedlerwelle von den westlich der Marquesas gelegenen Gemeinschaftsinseln aus, zu denen auch Tahiti gehört. Die Tahitianer fanden ähnliche Bedingungen wie die ersten Siedler vor und besiedelten alle größeren Inseln des Archipels.
Doch auch diesesmal riss der Zustrom neuer Siedler wieder ab und so konnte sich, ohne störenden Einfluss von außen, eine in sich ruhende Kultur entwickeln.
Die Menehune:
In hawaiianischen Legenden tauchen immer wieder die Menehune auf, denen die tahitianischen Siedler begegneten. Die Legenden über diese zwergenhaften Ureinwohner, denen magische Kräfte zugesprochen wurden, gehen wahrscheinlich auf die Marquesaner zurück. Doch leider gibt es darüber wenig gesicherte Fakten, da erst europäische Entdecker Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts Aufzeichnungen begannen. Allerdings gibt es auch einige archäologische Funde, die diese Legenden durchaus bekräftigen.
Die Götter:
Götter spielten bei den Polynesiern schon immer eine große Rolle. Am meisten wurden die Götter verehrt, die viele Inkarnationen hatten. Dies waren (und sind) z.B.:
Lono (Gott der Fruchtbarkeit, der Landwirtschaft, des Sports und des Friedens), der als Baum, Fisch oder halb Mensch, halb Schwein erschien;
Kanaloa (Gott des Meeres und der Meereswinde), der als Oktopus oder Mensch erschien;
Ku (der Kriegsgott), der als Inselräuber (hawaiianisch: Kukailimoku) auftrat;
Kane (Gott des Lebens, des Sonnenlichts, des Wassers und der Natur), der auch als Schöpfer von Himmel und Erde galt. Er wurde auch "Viele Götter in einem Gott" genannt, was die Denkart dieser Kultur veranschaulicht, in der Götter, Menschen und alle Gegenstände ein großes Ganzes bildeten.
Pele (die Göttin des Feuers), die in jedem Feuer gegenwärtig ist. Angesichts der Tatsache, dass viele Touristen die als Souvenir mitgenommenen Lavasteine wieder nach Hawai'i zurück schicken, weil ihnen ein Unglück nach dem Anderen zustößt, kann ein gewisser Glaube bis in unsere Zeit hinein wohl nicht geleugnet werden!
Es gibt noch viele Götter, die aufzuzählen wären, doch das würde diese Seite sprengen!
Die Nahrungsmittel der Siedler:
Zurück also zu den Siedlern. Sie brachten zwei Dutzend Nutzpflanzen mit, wie z.B.: Kokosnuss, Taro, Brotfrucht, Süßkartoffel, Banane und Zuckerrohr, aber auch andere Pflanzen, die sie für medizinische oder kosmetische Zwecke benötigten. Da sie hauptsächlich vom Ackerbau und dem Fischfang lebten, entstanden ihre Siedlungen an der Küste, wo sie riesige und künstlich bewässerte Terrassen anlegten, auf denen sie ihre wichtigste Nutzpflanze anbauten - die Taro-Knolle. Die stärkehaltige Taro-Knolle wurde gegart und anschließend zu einem Brei verarbeitet, der dann leicht angesäuert (vergoren) zu allen Mahlzeiten gereicht wurde - der sogenannte "Poi".
Aus dem Meer wurden hauptsächlich Seetang, Schalentiere, Schildkröten und Goldmarkrelen (mahi mahi) gefischt. Heute wird Mahi Mahi sehr oft falsch ins Deutsche übersetzt - als Delphin! Ihre Mahlzeiten kochten die Ureinwohner in einem Erdofen, dem Imu. In dieses, mit heißen Lavasteinen ausgelegte Erdloch, gaben sie ihre Speisen, eingerollt in diverse Blätter. Dann wurde das Erdloch mit Blättern und Steinen verschlossen. Ein Schwein ist auf diese Weise in etwa 5 Stunden gegart. Heute werden Imus eher zu "Show-Zwecken" als zum alltäglichen Zubereiten von Mahlzeiten verwendet. Aufbewahrt wurden Lebensmittel in ausgehöhlten Kürbissen oder geflochtenen Körben.
Ali'i:
Politisch gesehen war das polynesische Hawai'i ein feudalistisches System von Häuptlingen (Ali'i), an deren Spitze ein König (Moi) stand. Der Häuptling hatte sehr viel Macht (mana) und lebte in einem prächtigen Tempel (Heiau), der gleichzeitig das größte Gebäude im Dorf war. Ebenfalls viel Macht hatten die Priester (Kahuna), die entweder auf Prophezeihungen oder das Lesen aus den Gestirnen (...) spezialisiert waren. Die gefürchteten Kahuna 'ana 'ana konnten sogar einfach so den Tod eines Menschen herbeiführen. Viele dieser Könige, Priester und Häuptlinge werden noch heute in lyrischen Gesängen (Mele) erwähnt.
Das Kapu-System:
Das Kapu muss man sich als Mischung aus Taburegeln, Gesetz und Religion vorstellen. Zum Beispiel durften Frauen nicht zusammen mit Männern essen und weder Bananen noch Schweinefleisch zu sich nehmen. Weitere Kapus waren, dass während der Steuereintreibung keine kriegerischen Handlungen erlaubt waren oder dass man seinen Schatten nie auf einen Häuptling werfen durfte. Wer gegen ein kapu verstieß, wurde aus der Dorfgemeinschaft ausgestoßen oder sogar getötet. Zuflucht konnte ein "Verurteilter" in einer Zufluchtstätte finden, die "Pu'uhonua o Honaunau" (oft auch mit der englischen Bezeichnung "City of Refuge" benannt) hieß. Hier konnte ihm quasi Absolution erteilt werden und er wurde wieder in die Gemeinschaft aufgenommen. Das heute noch am meisten verbreitete Kapu-Symbol sind zwei gekreuzte Fackeln oder ähnliche Gegenstände, die das Verbot des Betretens oder Durchgehens ausdrücken. Heute wird dieses Symbol häufig zur Zierde verwendet (z.B. zwei gekreuzte Gasfackeln). Das Kapu-System wurde 1819 von König Kamehameha II. außer Kraft gesetzt - er selbst war es, der sich zum Essen zu Frauen setzte und so die Außerkraftsetzung verdeutlichte.
Kriege & Feste:
Kriege waren fast an der Tagesordnung. Da nach Schätzungen am Ende des 17. Jahrhunderts ca. 250.000 bis 400.000 Menschen auf den Inseln lebten, wurden die einst unbegrenzt scheinenden Reichtümer zum Zankapfel rivalisierender Gruppen.
Steuern mussten jährlich wärend des Makahiki-Festes, das von Mitte Oktober bis Mitte Februar dauerte, entrichtet werden. Dieses Fest wurde zu Ehren des Gottes Lono gefeiert, quasi eine Art Erntedankfest. Da Lono auch Gott des Spiels und des Sports war, wurden so etwas wie olympische Spiele abgehalten. Obwohl in dieser Zeit keine kriegerischen Handlungen erlaubt waren, wurden viele Aktivitäten dem Kriegsgott Ku gewidmet. So trainierten die Häuptline und Kämpfer für den Krieg. Am Ende des 18. Jahrhunderts hatten einige Könige die Inseln unter sich aufgeteilt. Nach 20jähriger Kriegsführung erhob Kamehameha (Häuptling von Big Island) Anspruch auf eine Gesamtherrschaft über alle Inseln. Dies geschah gerade als die ersten amerikanischen Handelsschiffe vor Hawai'i kreuzten.
Captain James Cook:
Jahrhundertelang hatten die Hawaiianer mehr oder weniger friedlich, aber dennoch ohne äußere Einflüsse gelebt. 1777 war James Cook mit seinem Schiff Resolution und dem Begleitschiff Discovery, von Bora Bora aus in See gestochen. Am 18.01.1778 war es dann soweit: Man sah die Umrisse von O'ahu, konnte aber wegen starker Winde nicht dort anlaufen. Auch Kaua'i verfehlte man deswegen und schaffte es erst am Abend des nächsten Tages, bei Waimea (Kaua'i) vor Anker zu gehen. Das Makahiki-Fest war gerade in vollem Gange und ein mystisches Symbol für den Gott Lono war ein Tuch aus Tapa-Stoff, das über eine Stange gehängt war. Da die Segel der Schiffe diesem Symbol sehr ähnelten, hielten es die Priester für das Heiau (Heiau bedeutet soviel wie Haus bzw. Tempel) und die neue Opferstätte des zurückgekehrten Gottes Lono. Cook benannte die neuentdeckten Inseln nach seinem Gönner, dem Earl of Sandwich - Sandwich Islands. Cook hatte den Auftrag, einen nördlichen Seeweg von Europa nach Asien zu finden und segelte deswegen weiter nach Alaska. Um dem arktischen Winter dort zu entkommen, kam er im November 1778 zurück, wieder zur Zeit des Makahiki-Festes. Da er 8 Wochen lang alle Inseln nach einem natürlichen Hafen absuchte, ging er erst am 16.01.1779 in der Kealakekua Bay (Big Island) vor Anker. Da diese Buch wiederum Lono geweiht war, wurden rauschende Feste für Cook und seine Männer gefeiert. Nachdem Cook die üblichen Kinkerlitzchen, aber auch Waffen gegen Proviant getauscht hatte, wollte er im Februar wieder in See stechen. Ein Sturm zwang ihn aber zum Umkehren. Mittlerweile war das Makahiki-Fest vorbei und die Bucht Tabu. So wurde er diesmal nicht begrüßt und gefeiert. Nach den nötigen Reparaturarbeiten bemerkte Cook, dass ein Beiboot fehlte. Cook und neun seiner Männer gingen an Land, um entweder das Boot zu holen, oder den Häuptling Kalaniopu'u als Geisel zu nehmen. Das ließen sich dessen Krieger aber nicht gefallen und töteten Cook sowie vier seiner Männer. Später brachten zwei Abordnungen jene Teile von Cooks Leiche zur Discovery zurück, die man nicht für zeremonielle Riten benötigt hatte. Am 22.02.1779 segelten die zwei Schiffe zurück nach England. Doch allmählich kreuzten immer öfter und immer mehr Segelschiffe der Kolonialmächte (Briten, Franzosen und Amerikaner) vor Hawaii's Küsten, um sich mit Proviant einzudecken.
Die Kamehameha-Dynastie:
Eine Legende sagt, dass ein Komet über Hawai'i zu sehen war, als Kamehameha I. (zwischen 1753 und 1758) in Nord-Kohala (Big Island) geboren wurde (ähnlich dem christlichen "Stern von Betlehem"). Er war der Sohn der Häuptlingsgattin Kekuipoiwa und kam mit 5 Jahren an den Hof seines Großonkels Alapai, dem Herrscher über Big Island. Dessen Nachfolger, König Kalaniopu'u (den Cook einst als Geisel nehmen wollte), starb 1781 und hatte seinen Sohn Kiwalao zum Thronfolger bestimmt. 1785 heiratete Kamehameha I. die Häuptlingstochter Kaahumanu und wollte nun selbst auf den Thron seines Großonkels. Um dies durchzusetzen, hatte er sich bei der Kaperung der Fair American und bei einem Tauschgeschäft mit der Eleonora Musketen und eine Kanone verschafft. Damit ausgerüstet, griff er 1790 Maui an, dessen Häuptling Kahekili angeblich sein Vater war, und besiegte das Heer. Kahekili selbst starb 1794.
Kamehameha wollte nun alle Inseln unter seine Herrschaft bringen - auch hatte er in seiner Jugend den sogenannten Nana-Stein bewegt, was laut Prophezeihung bedeutete, dass er eines Tages über ganz Hawai'i herrschen würde. Durch glückliche Zufälle ging Kamehameha I. aus vielen folgenden Kriegen als Sieger hervor und griff 1794 mit einem gewaltigen Heer von ca. 16.000 Männern O'ahu an, plünderte West-Maui und zerstörte Lahaina. Im April 1795 erreichter er wieder Waikiki, wo er die letzten Truppen seiner Feinde vernichtend schlug. Die restlichen Überlebenden trieb er bei Nu'uanu über die Klippen in den Tod. Die Insel Kaua'i widersetzte sich zweimal erfolgreich den Eroberungsversuchen, doch 1810 kapitulierte auch dessen Häuptling Kaumualii endgültig. Damit hatte Kamehameha I. es geschafft - er war der uneingeschränkte Alleinherrscher über alle Hawai'i-Inseln. Mit 60 Jahren zog er sich nach Kailua (auf Big Island) zurück, wo er am 8. Mai 1819 mit 63 Jahren starb.
Die Missionare:
Schon bald nach Kamehameha's Tod musste sein Sohn Liholiho (Kamehameha II.) feststellen, dass er den Lauf der Dinge angesichts der ständig wachsenden "Infiltration" durch die westliche Welt nicht ändern oder aufhalten konnte. Langsam begriff auch der gläubigste Hawaiianer, dass die Seeleute keine zurückgekehrten Götter waren und zweifelte seine ureigenen Ansichten über die Götter an. Da hatten die ersten Missionare, die 1820 mit der Thaddeus nach Hawai'i kamen, natürlich leichtes Spiel! Keopuolani, die Mutter von Kamehameha II., war die erste Ali'i, die dem Christentum beitrat. Die Missionare bauten Schulen auf und schufen ein besonderes Alphabet, um die gesprochene Sprache der Ureinwohner in eine Schriftform transformieren zu können. In windeseile wurde die Bibel übersetzt, den Ureinwohnern das Lesen und Schreiben beigebracht und der Hula-Tanz verboten. Später, etwa um 1860, waren die Missionare schon eine wichtige politische Kraft, weil sie mit der Erziehung der folgenden Königsgenerationen indirekt auf die Politik Einfluss nahmen.
Kamehameha II. und III.:
1823 war Liholiho (Kamehameha II.) 28 Jahre alt und entschloss sich zu einer Reise nach England, um dort König George III. zu treffen. Nach der 6,5-monatigen Überfahrt auf der L'Aigle kam er mit seiner Halbschwester Kamamalu in Portsmouth an, von wo aus sie nach London weiterreisten. Zunächst verlief alles wunschgemäß, doch 1824 erkrankten beide an den Masern, denen sie am 8. Juli und er wenig später erlagen. Am 6. März 1825 trafen ihre sterblichen Überreste auf der Insel O'ahu ein, worauf sich große Trauer ausbreitete. Durch die Thronbesteigung des erst 11jährigen Kauikeauoli (Kamehameha III.), dem Bruder von Liholiho, konnte die Kontinuität der Herrschaft gewahrt werden. Da Kamehameha III. das alte Hawai'i nicht kannte und mit den jetzt herrschenden Interessenskonflikten nicht alleine fertig wurde, verließ er sich hauptsächlich auf die Ratschläge seiner Missionare. Sie bauten das Schulsystem aus, arbeiteten eine Verfassung und die Grundlagen eines parlamentarischen Systems aus und knüpften Kontakte mit ausländischen Regierungen. 1843 erklärte der arrogante britische Kommandeur George Paulet Hawai'i kurzerhand zum britischen Protektorat, ein Akt, der 5 Monate später von Großbritannien als ungültig erklärt wurde, da man zu großen Respekt (bzw. Angst) vor Frankreich und Amerika hatte. 1848 teilte Kamehameha III. die Ländereien zu je einem Drittel auf die Königsfamilien, die Regierung sowie die Bevölkerung auf - auch bezeichnet als die "große Mahele". 1849 schließlich wurde Hawai'i per Vertrag zwischen den 3 Kolonialmächten sein Unabhängigkeitsstatus zugestanden. Kamehameha III. starb am 15.12.1854 mit 41 Jahren. Die Bevölkerung war inzwischen von 400.000 (zu Zeiten der Ankunft von Captain Cook) auf nur 70.000 geschrumpft. Schuld daran waren die vielen durch Siedler eingeschleppten Krankheiten wie Masern, Pocken, Typhus, Tuberkulose, Syphilis und andere Infektionskrankheiten.
Kamehameha IV. und V.:
Bereits eine Stunde nach dem Tod von Kamehameha III. wurde dessen Neffe, Alexander Liholihi, in der Kauaihao-Kirche in Honolulu zum König (Kamehameha IV.) gekrönt. Honolulu galt wegen seines natürlichen Tiefseehafens seit 1845 als Hawaii's Hauptstadt, da dort der beste Anlegeplatz für die Walfänger und Handelsschiffe war. Seit 1850 erfuhr Honolulu steten Aufschwung, da die Schiffe hier ihren Proviant einkauften und die Besatzungen ihren Landurlaub verbrachten, ebenso wie in Lahaina auf Maui. Seit seiner USA- und Europareise gab sich Kamehameha IV. eher wie ein britischer Monarch. Um das Sterben der Bevölkerung aufzuhalten, baute er eine Klinik. Um auch die Unabhängigkeit von Hawai'i zu wahren, ließ er eine große Ladung chinesischer Arbeiter von Kanton nach Hawai'i bringen. Doch mit der Zeit fiel der asthmageplagte König in Depressionen und starb am 30.11.1863.
Sein Nachfolger Lot (Kamehameha V.) entpuppte sich als würdiger und umsichtiger, aber auch willensstarker Herrscher. Er verkündete 1864 eine neue Verfassung, die die königlichen Privilegien erneut bekräftigen sollte. Wegen der sich immer weiter ausbreitenden Zuckerrohrfelder und der damit verbundenen Knappheit an Arbeitern, ließ er Arbeiter aus Japan kommen. Doch durch die wachsende Bedeutung des Zuckerrohres wurde Hawai'i immer mehr von den USA als Abnehmer abhängig. 1872, mitten in den Vorbereitungen zu seinem 42. Geburtstag, erkrankte er und starb innerhalb von 4 Tagen. Da er auf seinem Sterbebett seine Cousine Bernice Pauahi als Thronfolgerin bestimmt hatte, sie die Königswürden aber ablehnte und somit kein Thronfolger existierte, ging die Kamehameha-Dynastie, knapp 80 Jahre nach der Gründung durch Kamehameha I., zu Ende.
König Kalakaua:
Aus dieser Not heraus, wurde der Halbbruder von Kamehameha V., William Charles Lunalilo, zum König gewählt. Sein Konkurrent, David Kalakaua, unterlag in der Wahl. Obwohl Lunalilo eher als "Bruder Leichtfuß" galt, nahm er die Verantwortung sehr ernst und versetzte damit alle in Staunen. Doch kaum ein Jahr später starb er infolge seiner Trunksucht im Februar 1874. Jetzt war die Zeit für David Kalakaua gekommen. Er wurde zum König gewählt und sorgte mit seiner Politik für Unruhe in der Bevölkerung. Er holte immer mehr japanische Arbeiter ins Land und 1880 gab es auch schon portugisische und chinesische Ansiedlungen. Der Einfluß der hawaiianischen Bevölkerungsgruppe wurde indes immer geringer, weswegen es auch zu vielen Auseinandersetzungen mit dieser Gruppe kam, die eine starke Opposition bildete. Da Kalakaua ausgebildeter Rechtsanwalt und auch sonst intelligent und weitsichtig war, wollte er die alten hawaiianischen Bräuche wieder einführen. So wurden der Hula und die Mele wiederbelebt. Doch selbst schätzte er mehr viktorianischen Pomp, was ihm den Beinamen "fröhlicher Monarch" einbrachte. So legte er dann auch 1878 den Grundstein zu einem neuen, im viktorianischen Stil erbauten Königspalast, der 1882 fertiggestellt wurde - der Iolani Palace.
1887 hatte sich die Opposition in der "Hawaiian League" formiert und es geschafft, die sogenannte "Bajonett-Verfassung" einzubringen, die die königlichen Rechte erheblich einschränkte. Sie wurde deswegen "Bajonett-Verfassung" genannt, weil sie unter Androhung eines Aufstandes gegen die Monarchie durchgesetzt wurde. Im Juli 1887 kam es zu einem Putschversuch durch Robert Wilcox. Der Versuch schlug fehl, Wilcox wurde verhaftet, später aber freigesprochen. Im Februar 1890 standen die Wahlen an, die durch Kommandanten zahlreicher amerikanischer und französischer Kriegsschiffe überwacht wurden. Zwar erreichte Kalakaua sein Ziel, erneut gewählt zu werden, doch hatte er nicht mehr viel davon, weil er am 20. Januar 1891 an den Folgen einer Leberzirrhose und eines Schlaganfalles starb.
Das Ende der Monarchie:
Nachfolgerin wurde die 43jährige Schwester von König Kalakaua, Liliuokalani. Sie war mit einem amerikanischen Geschäftsmann verheiratet, erinnerte sich aber noch an das alte Hawai'i und wollte dieses auch traditionell führen. Die Gegner der Monarchie, angeführt durch den überheblichen Lorrin Thurston, formierten sich in der Geheimgesellschaft "Hawaiian Patriotic League" neu und bereiteten den Sturz der Königin vor. Ende 1892 gründete Thurston eine weitere Geheimgesellschaft namens "Annexationist Club" und verschaffte sich während eines offiziellen Regierungsbesuches in den USA bei US-Präsident Benjamin Harrison die nötige Rückendeckung. Nach seiner Rückkehr griff er, gestützt auf die "Bajonett-Verfassung", die Königin offen an, wodurch diese in nur 6 Monaten 4mal ein neues Kabinett bilden musste. Obwohl sie angeboten hatte, zugunsten ihrer Nachfolgerin Kaiulani zurückzutreten, wurde sie durch die Anwesenheit des US-Schlachtschiffes Boston und amerikanische Truppen weiter unter Druck gesetzt. Thurston ernannte ein "Sicherheitskomitee" als provisorische Regierung und Lilioukalani, die ein Blutvergießen verhindern wolte, gab nach. Sie kämpfte jahrelang um ihre Wiedereinsetzung, selbst, als Hawai'i bereits eine Republik unter dem US-Präsidenten Stanford Dole war. Aus Angst vor einem Volksaufstand wartete die Regierung bis 1895, bevor sie es wagte, Lilioukalani wegen Landesverrats zu verhaften und zu 5 Jahren Zwangsarbeit zu verurteilen. Sie wurde im Iolani-Palace unter Arrest gestellt, die Zwangsarbeit wurde ihr durch Dole auf dem Gnadenweg erlassen. Im folgenden Jahr wurde sie formell amnestiert. In diesem Jahr schrieb sie übrigens das bekannte Lied: "Aloha o'e"! Im Jahre 1900 wurde zum ersten Mal die US-Flagge über dem Iolani-Palace gehisst - Hawai'i war amerikanisches Territorium. Lilioukalani - die letzte hawaiianische Königin - starb 1917.
Das 20. Jahrhundert:
Um die Jahrhundertwende waren Ananas und Zuckerrohr die Hauptanbauprodukte - die Wirtschaft (vor Allem mit den USA) florierte. Nach wie vor strömten Japaner, Chinesen, Filipinos und Puertorikaner nach Hawai'i. 1908 bauten die Amerikaner Pearl Harbor, das sie schon immer wegen der strategisch guten Lage haben wollten, zum Hauptquartier ihrer Pazifikflotte aus.
Nach Ende des 2. Weltkrieges schlug der US-Kongress vor, Hawai'i als US-Bundesstaat aufzunehmen, doch der Senat leistete Widerstand. Erst 1959 wurde Alaska als 49. und Hawai'i als 50. Bundesstaat in den Staatenbund der USA aufgenommen. Noch im selben Jahr landeten die ersten Großraumjets in Honolulu und läuteten die Ära des Massentourismus ein. Hawai'i, das als Hochburg der Demokraten gilt, wird seit dem mehr und mehr zum Brückenkopf zwischen Nordamerika und Asien.